Buddybär für die “beste Regie”


Wir erlebten eine unvergessliche Vorpremiere am 19.04.2012 im Festsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin.
Unser besonderer Dank gilt dem Präsidenten, Herrn Ralf Wieland, für den Buddybären

“Beste Regie”!!!

 

Begrüßungsworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Ralf Wieland,
bei der Vorpremiere des Films „Demokraten“ am Donnerstag, dem 19. April 2012, 19.00 Uhr

(Anrede),

Herzlich willkommen im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Heute ist ein plenarfreier Donnerstag und doch werden einige von uns die Hauptrolle spielen, was mich sehr freut.

Als vor einigen Jahren das Abgeordnetenhaus von Berlin zum ersten Mal Treffpunkt für den „Co-Production-Market“ der Berlinale war, konnte kaum jemand erwarten, dass dieses Haus voller preußischer und deutscher, politischer Geschichte, sich im Laufe der kommenden Jahre zu einem begehrten und publikumswirksamen Ort für die Filmbranche entwickeln könnte.

Mittlerweile ist die Berlinale ein fester Termin im Veranstaltungskalender unseres Hauses.

Heute aber, sehr verehrte Damen und Herren, habe ich Sie zu einer ganz besonderen Veranstaltung eingeladen, die es in dieser Konstellation noch nicht gegeben hat: Der Vorpremiere eines Filmes, der fünf Menschen aus unserer Stadt, eine Frau und vier Männer vorstellt, die sich als Kandidatin und Kandidaten unterschiedlicher, demokratischer Parteien im Sommer und Frühherbst des vergangenen Jahres um ein Mandat hier im Abgeordnetenhaus bewarben.

Drei von ihnen bewarben sich erneut für das Parlament, zwei zum ersten Mal: Susanne Graf, Frank Zimmermann, Burkhard Dregger, Andreas Otto und Dr. Klaus Lederer.

Bis auf eine Ausnahme sind sie heute alle hier im Parlament und ich freue mich sehr, liebe Kollegin und Kollegen, Sie heute hier ganz besonders begrüßen zu dürfen.

In dem Film kann man vieles mitbekommen, was Politik auch ausmacht und weil Frank Zimmermann nicht da ist sage ich: Auch das gehört mit zur Politik – nämlich einen Termin, von dem ich weiß, dass er sich sehr auf heute Abend gefreut hat, nun nicht wahrnehmen zu können, weil er eine Pflicht zu erfüllen hat, nämlich einen anderen Kollegen bei einer Konferenz in München zu vertreten. Auch das ist leider manchmal Alltag im politischen Geschäft, dass man einen privaten oder einen schönen Termin, lange geplant, sich darauf freut und dann doch kurzfristig eine andere Verpflichtung übernehmen muss.

Dieser Film ist aber nicht einer von zahlreichen Dokumentationen, die es so aus Bundestags- und Landtagswahlkämpfen häufiger gibt aus den vergangenen Jahren. Vielmehr werden hier fünf Bürger vorgestellt aus dieser Stadt, fünf Demokraten eben; bei Ihrer Wahlkampfarbeit aber auch ganz privat.

Nichts wird beschönigt und sehr rasch erkennt der Betrachter, welche „Mühen der Ebene“ im Wahlkampfalltag die Begleiter der Hauptpersonen damals beobachtet haben, die sicher bis heute so geblieben sind.

Ich sag mal als jemand der vielleicht noch ein paar Wahlkämpfe mehr mitgemacht hat: Ja, das ist immer so und immer so anstrengend und immer regnets zum falschen Moment und immer gehen die Kabelbinder zum falschen Zeitpunkt aus und man hat aber noch drei Plakate und fährt quer durch den Bezirk zurück, weil man die letzten drei ja auch noch aufhängen will.

Dem Filmemacher Levi Salomon verdanken wir die Idee und die Realisierung dieses einzigartigen filmischen Zeitdokuments, in dem aber nicht nur die fünf handelnden Persönlichkeiten bei ihrer Arbeit dargestellt werden, sondern zugleich auch die Themen, die – im Großen wie im Kleinen -  die Menschen in dieser Stadt bewegen.

Für Salomon war und ist es zugleich wichtig gewesen, eine Situationsaufnahme von der Praxis der parlamentarischen Demokratie zu machen und die Menschen, die sich für diese Demokratie engagieren, zu portraitieren.

Für mich war besonders bemerkenswert, dass gerade der Verzicht auf einen Kommentar und das direkte Interview mit diesen fünf Protagonisten diesen Film aus meiner Sicht so interessant und sehenswert macht.

Der Betrachter kann sich durch die jeweilige Situation, bei der die Kamera und das Mikrofon dabei waren, bei Referaten vor Bürgergruppen, beim klassischen Straßenwahlkampf oder bei der bei allen Kandidaten und Wahlkampfhelfern so beliebten Montage der Wahlplakate, im Sommer 2011 bei anhaltendem, strömenden Regen, sein eigenes Bild von den Menschen, den Demokraten, machen.

Ich habe deshalb sehr gerne den Vorschlag von Herrn Salomon aufgegriffen, die Vorpremiere dieses Filmes, an diesem Ort hier durchzuführen, wo die fünf Hauptpersonen heute alle Mitglieder des Abgeordnetenhauses sind, vier heute hier anwesend sind und ihre Arbeit für die parlamentarische

Demokratie, aber vor allen Dingen für die Menschen in dieser Stadt dargestellt werden.

Und ich danke allen, die an der Realisierung dieses Filmes mitgewirkt haben und hoffe mit Ihnen gemeinsam, auf eine informative und interessante Vorpremiere des Films „Demokraten“.

Und, Herr Salomon, lassen sie mich das noch sagen: Ich find, das ist ein genial kurzer Titel! Genial, weil er so schlicht und doch so zutreffend ist. Ich habe ja das Privileg gehabt, mir das schon ein bisschen vorher angucken zu können – ich zeig’ ja hier nichts, ohne dass ich es vorher nicht mindestens ausschnittsweise gesehen habe. Also ich finde den Titel wirklich genial: Demokraten. Was unterscheidet uns? Das kommt denke ich auch zum Ausdruck, politisch inhaltlich, und wo gibt es auch die Gemeinsamkeiten? Und es wird ja immer viel über Politik und Parlamentarier geschimpft. Es gibt eine Realität jenseits von Häppchenterminen und streitigen Debatten im Abgeordnetenhaus, das werden wir heute Abend alles sehen können. Und was uns alle auch eint, ist eben dieses schlichte und so hervorragende Wort „Demokratie“.

Ich darf Sie nun, sehr geehrter Herr Salomon, bitten, noch einige Worte zur Einführung Ihres Films zu sprechen und alle Anwesenden nochmal herzlich im Abgeordnetenhaus willkommen heißen. Vielen Dank!

- – -